Wer wir sind 

Alphabetisch geordnet und mit Blick auf die Stellung der Frauen in der jeweiligen Religion

  • Bahá’í 
  • Buddhistinnen
  • Christinnen
  • Jüdinnen
  • Musliminnen

Bahá’í

Die Bahá’í-Religion ist die jüngste der sich auf Abraham berufenden Weltreligionen und wie das Judentum, das Christentum und der Islam eine Offenbarungsreligion.
Ihre Geschichte beginnt 1844 mit ihrem Herold, dem Báb (Das Tor). 1863 wurde die Bahá’í-Religion von Bahá’u’lláh (Herrlichkeit Gottes) in der Verbannung in Bagdad gestiftet. Ihre Kernaussagen sind: Gott schickt immer wieder Boten, die als göttliche Erzieher der Menschheit einen Entwicklungsschritt ermöglichen. Der Schritt, der jetzt nötig ist, ist die Einheit der Menschheit. Die Herausforderungen dieser Zeit können nur in Einheit und gemeinsam bewältigt werden. Ein zweiter Kernsatz ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Beteiligung der Frauen ist für den Fortschritt unabdingbar. Die Bahá’í-Religion ist in Deutschland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie ist auf der ganzen Welt verbreitet.

Buddhistinnen

Nichiren-buddhistisch

Die Soka Gakkai International (SGI) ist eine buddhistische Vereinigung, die sich für Frieden, Kultur und Bildung einsetzt. Die weltweit rund 12 Millionen Mitglieder üben den Nichiren-Buddhismus aus.


Als Nichtregierungsorganisation ist sie mit den Vereinten Nationen verbunden. In den Bereichen Menschenrechtserziehung, nachhaltige Entwicklung und Abrüstung arbeitet sie mit verschiedenen Organisationen und Glaubensgemeinschaften zusammen.
Die Soka Gakkai wurde 1930 in Tokio von den Pädagogen Tsunesaburo Makiguchi und Josei Toda gegründet. 1975 wurde die internationale Vereinigung Soka Gakkai International (SGI) mit Daisaku Ikeda als Präsidenten gegründet.


Die buddhistische Ausübung besteht im Wesentlichen darin, kurze Abschnitte aus dem Lotos-Sutra zu rezitieren und den Sutra-Titel Nam-Myoho-Renge-Kyo zu chanten. 


Ein erfülltes, glückliches Leben zu führen ist das Ziel des Nichiren-Buddhismus. Dazu gehört, die eigenen Herzenswünsche zu verwirklichen und gleichzeitig zu dem Glück anderer und einer friedlichen Gesellschaft beizutragen.

Christinnen

Das Christentum beruft sich auf den Juden Jesus Christus, der als der erwartete Messias und Sohn Gottes geglaubt wird. Es gibt viele unterschiedliche Kirchen und kirchliche Gruppen. Die Grundlage des Christentums bildet die Bibel (Heilige Schrift), die aus dem Alten und Neuen Testament besteht.


Jesus lehrte Sanftmut, Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit. Er verkündete, dass das Reich Gottes bereits mitten unter uns sei. (Lukas 16,20-21). In seiner Nachfolge beschrieb der Apostel Paulus die Gleichwertigkeit aller Menschen:  „Nun gibt es nicht mehr Juden oder Nichtjuden, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen. Denn ihr seid alle gleich – ihr seid eins in Jesus Christus" (Galater 3,28).

 

Alt-katholisch

Die alt-katholische Kirche ist eine kleine, staatskirchenrechtlich anerkannte christliche Konfession. Sie entstand nach 1870 aus einer Protestbewegung gegen die Papstdogmen des 1. Vatikanischen Konzils, welche die Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubens- und Sittenfragen und sein Jurisdiktionsprimat (seine oberste Rechtsgewalt) ablehnte. Die alt-katholische Kirche ist synodal verfasst – wählt somit alle Ämter wie Pfarrer*innen oder Bischöfe bzw. Bischöfinnen. Frauen und Männer sind zu allen kirchlichen Ämtern zugelassen. Die alt-katholische Kirche engagiert sich seit ihren Anfängen im innerchristlich ökumenischen wie auch im interreligiösen Dialog.

 

Evangelisch-lutherisch

Die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern gehört zu den protestantischen Kirchen, die weltweit mit ca. 900 Millionen Gläubigen die zweitgrößte christliche Kirche darstellen. Sie geht zurück auf die Reformation und definiert sich geschichtlich durch den Protest Martin Luthers gegen den Missbrauch des Ablasses 1517. Ihr frühestes schriftlich anerkanntes Bekenntnis ist die Confessio Augustana von 1555 – ein Bekenntnis, das sich allein auf die Bibel (sola scriptura) rückbezieht. Ein Grundgedanke dieser Kirche ist, dass der Mensch allein durch den Glauben an die Gnade Gottes in Jesus Christus, das heißt ohne Werke des Gesetzes vor Gott gerechtfertigt ist (sola gratia). Aufgrund des ‚Priestertums aller Glaubenden‘ gibt es keine Ämterhierarchie, sondern nur unterschiedliche Funktionen, so dass auch die Ordination von Frauen zum Pfarramt und die Öffnung für geschlechtergerechte Strukturen gegeben ist. 

 

Römisch-katholisch

Die römisch-katholische Kirche (von griech. katholikós „das Ganze betreffend, allgemein“) ist die größte Kirche innerhalb des Christentums. Sie hat weltweit 1,3 Milliarden Mitglieder (Stand 2018 vatikanische Mitgliederstatistik) und umfasst 24 Teilkirchen eigenen Rechts und Ritus, zum einen die lateinische Kirche, als die größte Teilkirche, zum anderen die zusammenfassend als katholische Ostkirchen bezeichneten 23 weiteren Kirchen, wie z.B. die „griechisch-katholische“ oder die „armenisch-katholische“ Kirche. Die römisch-katholische Kirche ist schon immer ein Globalplayer gewesen. Sie hat inzwischen ihre kolonialen Verstrickungen in der Vergangenheit kritisch hinterfragt und setzt sich heute in der Nachfolge Jesu Christi, unabhängig von nationalstaatlichen und kulturellen Grenzen, für Liebe, Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ein. Wie die orthodoxen, anglikanischen und die alt-katholischen Kirchen spendet die katholische Kirche sieben Sakramente. Unterscheidendes Merkmal ist, dass sie vom Papst geleitet wird, der die weltweite Einheit garantieren soll. Seit dem 13. März 2013 ist dies Papst Franziskus.

Jüdinnen

Die jüdische Religion ist die älteste der drei monotheistischen abrahamitischen Religionen. (Christentum, Islam, Judentum). Die Grundlagen des Judentums sind zum einen die Thora (die fünf Bücher Moses), die den für das Judentum wichtigsten Teil der hebräischen Bibel (Tanach) bildet, und zum anderen die rabbinischen Schriften, die die Thora näher erläutern.

Musliminnen

Der Islam ist eine im 6. Jahrhundert entstandene monotheistische abrahamitische Religion. Hierbei gibt es wie in allen anderen Weltreligionen mehrere Glaubensströmungen.

 

Ahmadiyya

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wird seit dem Ableben ihres Gründers durch einen Kalifen (spirituelles Oberhaupt) geleitet, mittlerweile seit mehr als 100 Jahren.


Die Gemeinschaft lehnt jegliche Gewalt im Namen der Religion ab, tritt für die Gleichwertigkeit von Mann und Frau ein, für die Loyalität gegenüber dem Land des Aufenthalts und die Beachtung seiner Gesetze und betont die Trennung von Staat und Religion.
Das derzeitige fünfte Oberhaupt, Hazrat Mirza Masroor AhmadABA, lebt in England und führt mehrere zehn Millionen Gläubige in mehr als 210 Staaten der Welt an. In der Bundesrepublik Deutschland zählt die Gemeinde mehr als 48.000 Mitglieder. Die Gemeinschaft ist in Deutschland die erste islamische Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit den großen Kirchen rechtlich gleichgestellt. 


Die Lajna Imaillah ist mit über 18.000 Mitgliedern die erste und größte islamische Frauenorganisation in Deutschland. Der Zweck ihrer Gründung ist, die Arbeit der Frauen mit einer Struktur zu versehen und ihnen einen Raum zu geben, indem sie sich bestmöglich entfalten können. Denn die Frauen sollen ihre Talente fördern und ihre Potenziale ausschöpfen. Die Frauenorganisation arbeitet selbstständig.


Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Auszeichnung von Schülerinnen und Studentinnen für hervorragende akademische Leistungen auf der alljährlichen Jahreshauptversammlung der Ahmadiyya Muslim Jamaat, der Jalsa Salana.

 

Alevitisch

Die Religionsgemeinschaft der Aleviten entstand im 13./14. Jahrhundert in Anatolien. Sie ist eine Richtung des Islam, die, wie die Schiiten, Ali, den Schwiegersohn und Cousin Mohammeds, als rechtmäßigen Nachfolger Mohammeds betrachtet. In der Türkei sind die Aleviten nach den Sunniten die zweitgrößte Religionsgemeinschaft. In ihrem Glauben finden sich auch Elemente des Sufismus.
Die sunnitische Scharia wird von den Aleviten abgelehnt, ebenso das Scharia-Verständnis der Schiiten, zu denen sich die Aleviten oft fälschlicherweise gezählt sehen.  


Die Grundwerte der Aleviten sind Humanität, Nächstenliebe, Toleranz und die bedingungslose Liebe zu allen Geschöpfen Gottes. An höchster Stelle steht für die Aleviten die Heiligkeit des Lebens. Deshalb verabscheuen und verurteilen sie jede Art von Gewalt, körperlicher Bestrafung und Krieg.


Des Weiteren wird im Alevitentum die Gleichberechtigung von Frauen großgeschrieben. Bei ihren Gebetsabenden (Cem / Dschem) beten Frauen, Männer und Kinder gemeinsam in einem Raum. Es gibt für Frauen weder die Vorschrift, Kopftuch zu tragen noch den Schleier. Vielmehr ist für die Aleviten der sogenannte ‚Schleier des Anstandes‘ wichtig. Dieser Schleier gilt für Männer wie für Frauen gleichermaßen, denn jeder Mensch (männlich und weiblich) trage  Anstand in sich, und dieser Anstand sei nicht im Äußeren zu suchen, da er im Herzen wohnt. Folglich besitzt man nicht unbedingt deswegen Anstand, wenn man sich verschleiert, sondern einzig der Charakter des Menschen an sich zählt.


Um Gott zu erreichen, bedienen sich die Aleviten keiner Vermittler. Sie suchen Gott nicht in von Menschen erbauten Stätten, Gebäuden oder Mausoleen. Sie suchen Gott und dessen Wahrheit in ihrer inneren Welt und sehen ihr Herz, ihre Seele als den Palast Gottes an.


Denn jede Verletzung eines Menschen bedeutet für sie, die Zerstörung des Palastes Gottes.

 

Sunnitisch

Die mit Abstand größte Gruppe des Islam bilden die Sunniten. Die wichtigsten beiden Quellen sind das dem Propheten Mohammed offenbarte heilige Buch Koran und seine Aussprüche und Taten, die als Hadith beziehungsweise Sunna bezeichnet werden. Allah als der eine und einzige Gott ist die zentrale Grundlage des islamischen Glaubens. Nach dem Koran gilt generell: "Nichts ist Ihm gleich" (42:11).Er ist nicht Körper und nicht Geist, weder räumlich noch zeitlich, weder sichtbar noch in Abbildungen erfassbar. Jedoch ist er überall präsent. „Wir sind ihm (dem Menschen) näher als seine Halsschlagader" (50:16).


Die islamische Mensch-Gott-Beziehung ist bestimmt von Reue und Vergebung wie auch von Hoffnung und Vertrauen auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes. Jeder kann sich mit seinem ganzen Wesen an den Erhabenen Schöpfer wenden und seine Wünsche äußern oder Ihn um Vergebung bitten. Gott betont: Himmel und Erde umfassen Mich nicht, aber das Herz Meines Dieners umfasst Mich.


Der Begriff „Islam“ bezeichnet die Ergebung in Gottes Willen sowie die von Gott für den Menschen vorgesehene Lebensweise der friedvollen Hingabe, des Friedens mit Gott, den Mitmenschen, der Umwelt und sich selbst. So heißt es: „Soll ich euch mitteilen, was noch besser ist als Fasten, Gebet und Almosen? Es ist: Aussöhnung schaffen. (Sammlung Abu Dawud, Tirmidhi)                                                                        „Wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet.“ (Koran 5:32)


Im Koran wird darauf hingewiesen, dass Gott alles paarweise erschaffen hat. Auch Mann und Frau sind zwei Teile eines Ganzen, die sich gegenseitig ergänzen. Gott hauchte beiden Seinen Geist ein und wies beiden ihren Platz im Paradies zu.